Jenny – ein Erfahrungsbericht
Jenny schildert aus Sicht einer Rollstuhlfahrerin Ihre Reise zum Auswärtsspiel nach Paris.
Jenny war so freundlich uns einen Bericht über Ihre Reise nach Paris als Rollstuhlfahrerin zu erstellen. Ein wie ich finde interessanter Blickwinkel – vielen Dank an Jenny für diese Einblicke:
Schon beim bestellen der Tickets stellte sich eine kleine Herausforderung ein, denn: es gab keinen Hinweis darauf, dass es gesonderte Rollstuhlplätze gib (kurze Anmerkung: 2024 war ich im gesamten Stadion der einzige Fan im Rollstuhl).
Aber nach ein wenig Suchen habe ich zumindest die Option für Rollstuhlplätze inkl. Begleitperson gefunden und gebucht, Hurra.
Die Anreise war relativ unspektakulär. Zu viert haben wir uns am Düsseldorf HBF getroffen und sind gegen 9:30 mit dem Auto richtung Paris abgefahren. Das Auto hatte sich unser Fahrer Marcel, aufgrund der Größe des Wagens von seinem Stiefvater leihen können. So hatten wir vier genug Platz, der Rollstuhl passte bequem in den Kofferraum und es war genug Platz für eine große Kühlbox in der unsere Verpflegung verstaut wurde.
Gut gelaunt und mit ordentlich Bock auf ein spannendes Spiel ging es los.
Ein kleiner Stau unterwegs konnte unsere Laune nicht trüben und am Stadion angekommen fanden wir einen Parkplatz direkt neben einer kleinen Delegation der Guardians.
Die PreGame Party war, im vergleich zu unseren, klein hat aber dennoch Spaß gemacht. Kein Wunder, mit den richtigen Leuten, denn wir wurden von den pariser Fans freundlich empfangen und hatten, getreu dem Motto „Fans are Friends“ einfach eine tolle Zeit gemeinsam. Auch die Organisation war gut durchdacht. Bis es zu unseren Plätzen ging.
Es gab nirgends ausgewiesene Rollstuhlplätze. Auf unsere Anfrage nach den Plätzen, sah der Ordner erst ein wenig überfragt aus, funkte dann aber seinen Vorgesetzten an, der auch ein paar Minuten später bei uns stand. Aber auch der Vorgesetzte wirkte etwas ratlos. Meine Vermutung war, dass die eigentlichen Plätze für die Rollstühle unten auf der Tartanbahn sein sollten. Das hätte aber bedeutet, dass man mich wieder aus dem Stadion hinaus und über eine Einfahrt nach unten hätte bringen müssen….ein wenig umständlich wenn man mich fragt. Aber mein Begleiter und ich hatten die rettende Idee: direkt in der obersten Reihe gab es einen Vorsprung, der gerade breit genug für meinen Rollstuhl war. Also schlugen wir vor, dass ich mich dorthin stelle. Es folgte für den Bruchteil einer Sekunde ein etwas fragender Blick der Ordner….sie fragten uns gefühlt fünfhundert Mal, ob diese Option für uns auch wirklich in Ordnung war. Es war den Jungs von der Security sichtlich unangenehm, dass gerade dieser Teil so unorganisiert war. Da aber diese Lösung für mich vollkommen in Ordnung war, sogar noch besser als unten auf der Bahn zu stehen, herrschte bald sichtliche Erleichterung. So konnte ich das Spiel von einem der besten Plätze aus beobachten, nämlich von ganz oben.
So konnte ich nicht nur das Getümmel auf dem Feld beobachten, sondern auch auf den Zuschauerrängen.
Die Red Company hat, wie gewohnt, ordentlich Stimmung gemacht. Und im Vergleich zum letzten Jahr, waren mir persönlich, die pariser Fans in diesem Jahr sehr viel sympathischer; ganz wie man es von Footballfans kennt.
Das Spiel selbst war mehr als spannend. Ich glaube jemand mit einem schwachen Herzen hätte ärztliche Hilfe benötigt xD.
Natürlich hatten wir uns ein spannendes Spiel gewünscht; aber gleich SO spannend….danke Rhein Fire, ihr habt uns gleich zu Beginn der Saison um etliche Jahre altern lassen (nicht böse gemein xD).
Aber letztendlich konnten wir einen Sieg mit nach Hause nehmen.
Wir haben noch einen kurzen Abstecher zum Mannschaftsbus unternommen, wo wir noch kurz mit Coach Mario gesprochen haben (kleine Beschwerde wegen der fast Herzinfarkte inklusive xD).
Die Rückfahrt war recht unspektakulär und gegen 4:30 erreichten wir den Heimathafen.
Alles in allem ein wirklich klasse Tag mit vielen tollen Leuten und jeder Menge Spaß.

